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Beweise für ein Mordkomplott gegen Dag Hammarskjöld

Bischof Tutu über Erkenntnisse der südafrikanischen Wahrheitskommission

KAPSTADT (afp). Der 1961 bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommene UNO-Generalsekretär Dag Hammarskjöld ist nach Erkenntnissen der südafrikanischen Wahrheitskommission einem Mordkomplott Südafrikas, der USA und Großbritanniens zum Opfer gefallen. Die Wahrheitskommission habe Beweise dafür gefunden, daß die Geheimdienste der drei Länder den bisher ungeklärten Absturz zu verantworten hatten, bei dem Hammarskjöld während einer Vermittlungsmission in der Kongokrise ums Leben kam. Das sagte der Vorsitzende des Gremiums, Erzbischof Desmond Tutu, am Mittwoch in Kapstadt. Das britische Außenministerium wies diese Darstellung umgehend zurück. Die Maschine war am 17. September 1961 im Anflug auf den Flughafen Ndola im heutigen Sambia abgestürzt, wo der UNO-Generalsekretär den kongolesischen Rebellenführer Moise Tschombe treffen sollte.

Aus den Dokumenten geht Tutu zufolge hervor, daß der amerikanische Geheimdienst CIA, der britische MI5 und ein Institut für Meeresforschung - vermutlich eine Tarneinrichtung des südafrikanischen Geheimdienstes in das Komplott verwickelt waren. Die Erkenntnisse basierten auf einem kodierten Briefwechsel zweier Marineoffiziere. Darin stehe unter anderem, daß die Rolle der Vereinten Nationen in Kongo als störend empfunden wurde und Hammarskjöld deshalb beseitigt werden sollte. Der linksgerichtete UNO-Generalsekretär unterstützte damals Tschombes Bemühungen um eine Abspaltung der reichen Provinz Katanga vom restlichen Kongo. Dagegen sträubten sich die USA, Großbritannien und Südafrika.

Einer der Offiziere verlangte demnach, die Beseitigung Hammarskjölds solle effizienter ausgeführt werden als die von "Patrice". Er bezog sich dabei offenbar auf die der CIA zugeschriebene Ermordung des damaligen sozialistischen Präsidenten des Kongo, Patrice Lumumba. In einem weiteren Brief hieß es, daß drei Kilogramm TNT-Sprengstoff am Fahrgestell des Flugzeugs angebracht werden sollten. Die Bombe sollte beim Einfahren der Räder nach dem Start explodieren. In einem späteren Schreiben stand, das habe nicht funktioniert, vielmehr sei sie beim Ausfahren der Räder vor der Landung explodiert.

Nach den Worten Tutus leitete die Kommission die Unterlagen dem südafrikanischen Justizministerium zu. Die Wahrheitskommission, habe ihre Echtheit nicht überprüfen können, sagte der Erzbischof.

(Darmstädter Echo, 20.8.1998)


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• Autor: DKP Hessen •



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