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Deutsche Rüstungsindustrie wittert Riesenprofite

Von dem Nato-Krieg verspricht sich auch die deutsche Rüstungsindustrie Aufträge für die nächsten Jahre. Die Kosten der Kriege geben in gewissem Maße auch Auskunft über die nachfolgenden Rüstungsbeschaffungsprogramme. Nach dem Golf-Krieg mit offiziellen Kosten von 183,6 Mrd DM erlebte die Rüstungsindustrie den größten Boom seit dem Zweiten Weltkrieg. (taz 24.4.)

Neben dem Ersatz verbrauchter Waffen geht es vor allem um die Erprobung und Demonstration neuer Waffengenerationen unter Kriegsbedingungen. Dazu gehört unter anderem die über dem Kosovo eingesetzte Aufklärungs-Drohne. Deren Weiterentwicklung wird die Kampfdrohne TAIFUN darstellen, die für die neue Kriegführung der Krisenreaktionskräfte von großer Bedeutung ist. Sie kann bis zu 100 Kilometer tief eindringen, über einem festgelegten Gebiet mehrere Stunden kreuzen und exakte Zielangaben machen. Sie ist allwettertauglich und lufttransportfähig.

Ein weiteres Projekt ist eine neue Haubitze. Leiter dieses Projektes ist Jürgen Dirlenbach vom Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung: "Neben ihrer Hauptaufgabe, der Landes- und Bündnisverteidigung, hat die deutsche Artilleriegruppe nun auch Aufgaben im Rahmen der Krisen-Reaktions-Kräfte außerhalb des Territoriums des Bündnisses unter erschwerten geographischen und klimatischen Bedingungen zu erfüllen."

Am 1. Juli 1998 wurde die "derzeit modernste und leistungsfähigste Panzerhaubitze des Weltmarktes, die Panzerhaubitze 2000" ausgeliefert. Die deutsche Rüstungsindustrie erwartet sich davon Großaufträge insbesondere bei den Streitkräften der WEU. Italien hat die Beschaffung inzwischen beschlossen. Erwartet wird, daß die Haubitze die "europäische Standardhaubitze" werden könnte. Sie soll an die Stelle der vor 40 Jahren entwickelten und inzwischen veralteten US-Panzerhaubitze M 109 treten. Es geht um einen Bestand von insgesamt 6.400 Geschützen. ("Europäische Sicherheit" Nr. 4/99 S.20ff., 28ff)

Eine von Verteidigungsminister Scharping eingesetzte Wehrstrukturkommission unter Vorsitz des Alt-Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker soll die Anforderungen an die künftige Bundeswehr bestimmen. Daraus werden weitere kostspielige Rüstungsprogramme abgeleitet, wie z.B. eigene Spionage- und Fernmeldesatelliten, Großraumtransportfugzeuge und Raketenabwehrsysteme.


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• Autor: DKP Hessen •



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