Aktuelles

Hier informieren wir regelmäßig über Aktivitäten der Kreise und des Bezirks.

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Die Auseinandersetzung des Rhönkonzerns mit dem Land Hessen über die zu zahlenden Abschlagskosten für Forschung und Lehre (Trennungsrechnung) sind beigelegt. Rhön wollte ursprünglich 25 Millionen jährlich so wie eine Nachzahlung von 100 Millionen. Das Land weigerte sich zu zahlen, weil der Rhönkonzern die höheren Kosten nicht nachweisen konnte. Die Kosten für Forschung und Lehre hat das Land zu zahlen, während der laufende Klinikbetrieb Sache des Konzerns ist.

Investitionen sind ebenfalls die Angelegenheit des Konzerns, weil dies laut Kaufvertrag so vereinbart wurde. Normalerweise hat hierfür das Land Hessen aufzukommen. Dafür hat der Konzern das Uniklinikum für 112 Millionen quasi für ein „Apfel und Ei“ erhalten.

Da die Kosten für Investitionen ebenso wie die Betriebskosten von den Beschäftigten erarbeitet werden müssen, bevor sie von den Krankenkassen erstattet werden, bedeutet:  Dass die Investitionen von den Krankenkassen defacto erstattet werden, ist eine Riesen Sauerei. Das Land entledigte sich seiner Pflichtaufgabe zu Lasten der Beitragszahler.

Darüber hinaus sind die Renditeerwartungen ebenfalls zu erarbeiten. Der Krankenhausbetrieb wird also nicht billiger, sondern teurer.

Die Rechnung kann nur auf Kosten von Arbeitsverdichtung zu Lasten vom Personal und schließlich den Patienten aufgehen. Mit verantwortlich sind die gesetzlich vorgeschriebenen sogenannten Fallpauschalen. Diese reichen in keinem Krankenhaus, um die tatsächlichen Kosten zu decken. Sie müssen deshalb dringend abgeschafft werden.

Wie wurde nun der eingangs erwähnte Streit um die Trennungsrechnung beigelegt und wie ist das Ergebnis zu bewerten.

Das Land zahlt ab 2017 zusätzlich rund 15 Millionen mehr für Forschung und Lehre.

Auf betriebsbedingte Kündigungen wird verzichtet.

Übernahmegarantie für Auszubildende.

Keine weiteren Ausgliederungen von Betriebsteilen.

Gewinne vom UKGM verbleiben beim UKGM für zusätzliche Investitionen.

Investitionen in Höhe von 100 Millionen an beiden Standorten. Zu den eigenen Investitionen zahlt das Land einmalig 13 Millionen.

Die Vereinbarung gilt bis 2022, sofern die jeweiligen Gremien zustimmen.

Dafür lässt sich das Land groß feiern. Was ist von der Einigung zu halten? Zum einen ist es zu begrüßen, dass mehr Geld in Forschung und Lehre fließt, zum anderen ist jedoch nicht nachprüfbar, ob das Geld überhaupt dort ankommt und nicht in den Taschen der Aktionäre landet.

Die Einigung bei der Trennungsrechnung ist reines Aushandlungsergebnis. Eine nachvollziehbare Trennung zwischen Kosten für Forschung und Lehre einerseits und Klinikkosten andererseits ist praktisch unmöglich. Schon allein deshalb muss das Klinikum zurück zum Land.

Der Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen bis 2022 bedeutet nicht den Verzicht auf Stellenabbau. Dieser kann weiter durch Nichtbesetzung freier und freiwerdender Stellen erfolgen. Eine Stellenmehrung wie sie allein wegen der gestiegenen Patientenzahlen erforderlich wäre wurde nicht verhandelt.

Die Übernahme der Auszubildenden liegt nicht nur im Interesse der jungen Menschen, sondern ist aus wirtschaftlichen Gründen ohnehin unumgänglich und eigentlich eine Selbstverständlichkeit.

Ein Verzicht auf weitere Ausgliederungen wird dem Konzern nicht schwergefallen sein, weil bereits genügend Teile ausgegliedert wurden.

Was nun die zugesagten Investitionen anbetrifft muss man feststellen, dass diese längst vertraglich vereinbart waren. Sie stellen also keinen Verhandlungserfolg dar.

Was bleibt sind 13 Millionen Investitionshilfen, obwohl vertraglich ursprünglich wegen des niedrigen Kaufpreises von 112 Millionen ausgeschlossen. Außerdem 15 Millionen für Forschung und Lehre, deren ordnungsgemäße Verwendung nicht nachprüfbar sein wird. Es werden sicher nicht die letzten Hilfen sein. Eine größere Einflussnahme des Landes Hessen beim Konzern wurde jedenfalls erfolgreich abgewehrt.

Das Land feiert dieses Ergebnis als riesen Erfolg. Dies ist ein Treppenwitz. Die einzigen, die Grund zum Feiern haben, sind die Aktionäre.

Es bleibt dabei: das Uniklinikum muss zurück zum Land und darf nicht weiter zum Spielball von Aktionären werden. Gesundheit darf nicht weiter zur Ware verkommen.

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Im kommenden Juli steht uns der G20 Gipfel in Hamburg bevor. Das heißt: Die Staats- und Regierungschefs der wichtigsten kapitalistischen Nationen, sowie VertreterInnen der Wirtschaft treffen sich, um sich über die Durchsetzung ihrer Interessen zu verständigen.

Sie setzen eine imperialistische Weltordnung durch, die nach ihren gemeinsamen Interessen sowie ihrem Konkurrenzverhältnis untereinander bestimmt wird und stehen so für Ausbeutung, Verarmung, Krieg und Tod. Diese kleine Gruppe von Menschen will Hamburg eine Woche lang in einen Belagerungszustand versetzen, in Hinterzimmern Waffendeals abschließen, um die Neuaufteilung der Welt pokern und somit das Leben und den Alltag mehrerer Milliarden Menschen bestimmen.

Legitime Gegenproteste und Demonstrationen werden im Vorhinein gezielt kriminalisiert und massivst versucht zu verhindern. PolitikerInnen, Sicherheitsbehörden und Medien beschwören bürgerkriegsähnliche Zustände herauf. Potentiellen DemonstrantInnen wurde vor kurzem von Innensenator Grote klar gemacht, dass ausländische Sicherheitsleute durchaus auch auf sie schiessen könnten. Dies sind einige von vielen Gründen, wieso ein breiter Protest gegen die G20 Staaten wichtig ist und man sich näher mit der Thematik und dem aktuellen Planungen der Gegenaktionen zu beschäftigen hat.

Die Antifaschistische Revolutionäre Aktion Gießen lädt ein zu einem

G20 Infoabend am Donnerstag, den 15. Juni um 18 Uhr im Café Amélie, Walltorstrasse Gießen

Ein Referent des Hamburger „G20 entern“ und des überregionalen „Fight G20“ Bündnisses wird uns erzählen was konkret in Hamburg geplant ist, und wie ihr euch einbringen könnt. Des Weiteren wird es einen inhaltlichen Input geben, was die G20 sind, und welche Auswirkungen diese Treffen auf unser alltägliches Leben haben.

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Im März 2011 wurde durch Volksabstimmung eine „Schuldenbremse“ in die Hessische Landesverfassung aufgenommen. Immerhin stimmte fast ein Drittel der Wählerinnen und Wähler mit „Nein“. Im Landtag hatte nur „Die Linke“ das Gesetz abgelehnt.

Um sie auf das Thema „Schuldenabbau“ einzustimmen, wurde von der CDU/FDP-Landesregierung im Vorfeld der Landtagswahl 2013 einem Viertel der hessischen Landkreise, Städte und Gemeinden ein „Schutzschirm“ angeboten. Die vertragliche Verpflichtung, innerhalb von fünf Jahren einen ausgeglichenen Haushalt vorzulegen, wurde den hochverschuldeten Kommunen mit Entschuldungshilfen schmackhaft gemacht. Der damit aufgebaute Druck, Ausgaben einzuschränken, vor allem aber alle Möglichkeiten zu nutzen, Mehreinnahmen zu erzielen, wird inzwischen auf alle Kommunen ausgeübt.

Folge sind insbesondere die massive Erhöhung der Grundsteuer B (für bebaute Grundstücke) und die Einführung von Straßenanliegerbeiträgen. Die kommunale Selbstverwaltung wird im Rahmen der Haushaltsgenehmigungsverfahren durch Auflagen der Genehmigungsbehörden zunehmend eingeschränkt.

In Mörfelden-Waldorf haben wir es abgelehnt, unter den „Schutzschirm“ der Landesregierung – inzwischen CDU/GRÜNE – zu kriechen.

Zum Haushalt hat die DKP/Linke Liste im Stadtparlament auch in diesem Jahr eine Resolution zur Weiterleitung an die Fraktionen des Hessischen Landtags und des Bundestags, die Hessische Landesregierung und die Bundesregierung eingebracht, in der es heißt: „Mehr Geld für Städte und Gemeinden. Die Stadt Mörfelden-Walldorf hat – wie die meisten Kommunen – ein Einnahmeproblem.

Die hohe Verschuldung der Städte und Gemeinden ist die Folge einer Finanzpolitik des Bundes und der Länder, die große Vermögen, hohe Einkommen, Aktien- und Spekulationsgewinne nicht angemessen besteuert, den Kommunen nicht die notwendigen Mittel bereitstellt, um ihre verfassungsmäßigen Aufgaben erfüllen zu können und die ihnen immer wieder Verpflichtungen zuweist, ohne für eine entsprechende Finanzausstattung zu sorgen. Die Forderung nach mehr Geld für die Kommunen ist deshalb unverzichtbar.

Unter dem „Schutzschirm“ wurden in unserer Stadt wie in vielen hessischen Kommunen die Grundsteuer B und andere Steuern, Kita-Gebühren, Eintrittspreise für öffentliche Einrichtungen und Veranstaltungen und vieles andere mehr drastisch erhöht. Andere Städte und Gemeinden haben neue Steuern eingeführt und gleichzeitig wichtige Einrichtungen wie Bibliotheken, Bürgerhäuser und Schwimmbäder geschlossen, ohne damit einem „nachhaltigen“ Haushaltsausgleich näher zu kommen. Gestrichene oder aufgeschobene öffentliche Leistungen und Investitionen kommen die Kommunen schon jetzt – erst recht in Zukunft – teuer zu stehen. Es geht an die Substanz. Geringverdiener werden von dieser Entwicklung besonders hart getroffen. Sie werden über ihre wirtschaftliche Leistungsfähigkeit hinaus belastet. Nicht nur ihnen wird die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben erschwert. Die Bildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten vieler Kinder werden weiter eingeschränkt. Wir halten das für den falschen Weg.

Wir weisen jeden weiteren Abbau notwendiger kommunaler Leistungen, immer höhere Belastungen der Einwohnerinnen und Einwohner und weitere Einschränkungen der kommunalen Selbstverwaltung zurück.

Die kommunale Infrastruktur ist auch zur Integration der Menschen unverzichtbar, die als Flüchtlinge und Asylbewerber in unserer Stadt aufgenommen werden. Dazu gehört vor allem bezahlbarer Wohnraum im Eigentum der Stadt. Dafür wird mehr Geld gebraucht.

Die Stadtverordnetenversammlung von Mörfelden-Walldorf fordert deshalb:

• Vollständige Entschuldung der Kommunen mit Hilfe des Landes, des Bundes und der Banken, ohne die Bevölkerung weiter finanziell zu belasten;

• volle Kostenübernahme aller den Kommunen übertragenen Aufgaben, insbesondere für Bau und Unterhaltung von Kindertagesstätten und die Kita-Betreuung;

• Rücknahme der Kürzungen im kommunalen Finanzausgleich und eine deutliche Erhöhung der Mittel für die Städte und Gemeinden bei der Neuberechnung;

• Sicherstellung der kommunalen Handlungsfähigkeit und Selbstverwaltung durch einen erhöhten Anteil an den Steuereinnahmen.“

Der Antrag fand allerdings keine Mehrheit. SPD, Freie Wähler, FDP und CDU waren dagegen.

Von Gerd Schulmeyer

UZ-Ausgabe vom 19. Mai 2017

 

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„Scheiße sagt man nicht, da geht der ganze Charakter in‘n Arsch“, grinste mich der Knirps an, in dessen Gegenwart ich unbedacht geflucht hatte. Irgendwie hatte er natürlich recht. Scheiße sagt man nicht und über Scheiße redet man nicht. Ist eben ein anrüchiges Thema.

Aber auch ein Allgegenwärtiges. In ländlichen Gebieten vor allem jetzt im Frühjahr, wenn Scheiße im Gülle-Cocktail großflächig ausgebracht wird, den Boden tränkt und die Luft erfüllt. Letzteres verzieht sich freilich bald. Ersteres hat indes Nachhaltigkeit – gewollte und weniger gewollte. Für Wachstum soll die Scheiße sorgen, doch mehr und mehr wird sie auch zum Sprengstoff, wie es nicht nur in Berichten der Bundesregierung oder bei „Zeit-online“ und anderen Medien zu lesen ist.

Denn der weniger gewollte Teil der Nachhaltigkeit, der sickert und sickert und sickert durch den Boden, viele Stoffe werden dabei aufgehalten und gefiltert, doch speziell das Nitrat kümmert sich einen Dreck um Sand und Gesteinsschichten, setzt seinen Weg unbeirrt fort bis ins Grundwasser. Von dort fließt es dann in unsere Wasserhähne, in den Tee, den Kaffee oder den Zahnputzbecher.

Fürs Nudelwasser wäre die Salzbelastung vielleicht ja gar nicht so schlecht. Doch aus Nitrat wird im Körper Nitrit und gefährdet nicht nur Babys und Schwangere. 50 Milligramm Nitrat pro Liter sollte der Mensch laut amtlicher Festlegung freilich mal locker schlucken können.

In vielen Regionen Deutschlands (noch) kein Thema. In anderen ist der Grenzwert schon überschritten. Entsprechende Grafiken zeigen unsere Region in Signalrot.

Im nur wenige Kilometer entfernten Groß-Umstadt müssen nun wohl etwa drei bis vier Millionen Euro in die Hand genommen werden, um Trinkwasserqualität und -grenzwerte zu sichern. Das freut den Steuerzahler und Verbraucher. Da genießt man doch jeden Schluck des erfrischenden Nass‘ aus dem Hahn viel bewusster, wenn die Gebühren derweil kräftig steigen. Wasser ein Grundrecht? Natürlich! Aber sauberes kostet demnächst mancherorts extra.

Verhungern will freilich auch niemand. Düngen auf die traditionelle oder chemische Art gehört für einen Großteil der Landwirtschaft dazu. Bio allein macht die ständig wachsende Weltbevölkerung nicht satt und in Zeiten der immer größer werdenden sozialen Ungerechtigkeit kann man vielen Menschen nicht verdenken, wenn sie im Supermarkt zum billigsten und auf die brutalstmögliche Art erzeugten Produkt greifen. Dennoch ist die Frage, wieviel‘s denn sein muss? Ist es wirklich nötig, Ende Januar Wiesen entlang der Gersprenz auf einer Größe von vielleicht sieben Fußballfeldern in ein dunkelbraunes Scheiße-Meer zu verwandeln?

Nur damit das Gras ein wenig schneller wächst? Es sei ja nur Mist und keine Gülle, heißt es im Nach­hinein in der Antwort des Bürgermeisters auf eine DKP-Anfrage. Der Unterschied liegt Studien zufolge jedoch nur im Grad der Nitratbelastung. Letztlich ist es beispielhaft für eine Gedankenlosigkeit, die uns schon bald teuer zu stehen kommen kann. In manchen Regionen braucht es hundert Jahre bis die Scheiße ins Grundwasser gelangt, in manchen weniger als fünf!

Es gibt kostenlose Angebote für die Landwirtschaft. Beratungen, es besser zu machen. Den Aussagen der Anbieter nach werden sie mal mehr, mal weniger angenommen. Das ist bedauerlich und spricht nicht für ein zukunftsorientiertes Miteinander. Wenn das so bleibt, ist es Zeit, mit Druck auf die politischen Entscheider zu reagieren. Sonst ist bald mehr als der Charakter im Arsch. Und wenn dann Reinheim auch drei bis vier Millionen für die Grundwassersanierung locker machen darf, werden die Flüche im Rathaus sicher deftiger klingen als nur: „So ein Mist!“

Von Ulrich Verthein

UZ- Ausgabe vom 19. Mai 2017

Übrigens:

Die DKP hatte eine Anfrage zur breitflächigen Aufbringung von Gülle in den Seewiesen gestellt. Darauf antwortete Bürgermeister Hartmann in der Stadtverordnetenversammlung am 21. März 2017,  „bei der Ende Januar erfolgten organischen Düngung auf Flächen in Zone III handelte es sich nicht um eine Gülleausbringung, die wäre zu diesem Zeitpunkt tatsächlich nach den Auflagen des Kooperationsvertrages verboten, sondern um eine Mistausbringung auf Grünland.“ Zum Grundwasserschutz führte er aus: „Es bestehen mit den landwirtschaftlichen Kooperationsverträgen bereits Regelungen, die deutlich über die aktuell gültige Düngeverordnung hinausgehen.“

 

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Seit etwas über drei Jahren bin ich jetzt Mitglied der DKP und habe es bis heute nicht bereut. Lange Zeit war ich politisch nicht aktiv, habe den Ärger über die Misere in diesem Land in mir vergraben, nicht nach Gleichgesinnten Ausschau gehalten. Aber so konnte es nicht weitergehen. Für eine bessere, gerechte Gesellschaft – den Sozialismus – muss gekämpft werden. Es war daher eine große Ehre für mich, auf die Landesliste der DKP Hessen gewählt zu werden -besonders, da es mein erstes Mal ist.

Ich wurde einmal gefragt, was für mich revolutionär ist und antwortete: Wenn ich beim Info-Stand der DKP auf dem Seltersweg in Gießen stehe und ein Passant uns zuruft, wir gehören alle vergast, fühle ich mich aufgrund meiner früheren politischen Aktivitäten als Revolutionär. Denn in unserer ach so „demokratischen“ und „offenen“ Gesellschaft wird man als Andersdenkender von vielen weder akzeptiert noch toleriert. Während Nazis neuen Aufwind erfahren, werden wir beschimpft und bedroht. Außerdem kann und will ich mich nicht damit abfinden, dass Reiche immer reicher und Arme immer ärmer werden. Warum sollen Reiche bessere Menschen sein? Warum werden sie u.a. bei der Bildung und im Gesundheitswesen bevorzugt? Die Antwort ist eigentlich ganz klar: Die Kapitalisten sind die „Stütze“ dieser Gesellschaft. Sie besitzen die Produktionsmittel, beuten die Arbeiter aus und eignen sich den Profit an. Geld, das in Schulen und Kindergärten, in Krankenhäusern und im sozialen Wohnungsbau fehlt. Mit ihrem Sofortprogramm zeigt die DKP auf, was verbessert werden kann und wo das Geld dafür herkommt. So deutlich wird keine andere Partei.

Es geht uns auch nicht darum, als Konkurrenten der Partei Die Linke aufzutreten, ihr gar Stimmen wegnehmen zu wollen. Vielmehr werden die Linken in den Linken gestärkt. Diese Akzeptanz zeigt sich auch dadurch, dass viele mit ihrer Unterschrift unsere Kandidatur unterstützen.

Die DKP wird sicherlich gestärkt aus dem Bundestagswahlkampf hervorgehen und kann so ihren Forderungen mehr Gewicht verleihen: Für Frieden und Sozialismus!

Rainer Grabowski, Diplom-Mathematiker, 50 Jahre, verheiratet, 2 Kinder, Mitglied im DKP-Kreisvorstand

 

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Vor dreißig Jahren gab es in Gießen knapp 10.000 Sozialwohnungen – davon etwa 7.000 im Besitz der Wohnbau. Das war schon damals viel zu wenig und die Warteliste lang. Gießen hatte etwas mehr als 70.000 Einwohner. – Inzwischen haben wir fast 85.000 Einwohner, aber weniger Sozialwohnungen.

Warum ist das so? Weder SPD noch CDU-geführte Magistrate haben daran etwas geändert. Die Wohnungsnot in Gießen ist unverändert. 1.500 Menschen stehen auf der Warteliste für eine Sozialwohnung. Zwar wird ständig gebaut – groß, klotzig und teuer; aber bezahlbarer Wohnraum entsteht kaum. Weder wird von der Wohnbau selbst ausreichend neu gebaut, noch sorgt die Stadt dafür, dass die vielen „privaten Investoren“ verpflichtet werden, einen Teil ihrer Wohnungen zu Sozialwohnungspreisen zu vermieten. Es ist nicht nur möglich, im Bau eine Sozialquote von 25 – 30% festzulegen, sondern das ist in vielen Städten auch üblich.

Obwohl im sog. Wohnraumsicherungskonzept der Stadt Gießen dies gefordert wurde, hält sich die Stadt nicht daran. Nur 50 von 400 geplanten Wohnungen auf dem ehemaligen US-Gelände sollen Sozialwohnungen werden. Wie meist kommt man auch hier den Immobilienspekulanten, die sich mit der Wohnungsnot ihre saftigen Renditen sichern, weitgehend entgegen.

25% der Gießener sind so arm, dass sie Anrecht auf eine Sozialwohnung haben. Das sind 21.000 Menschen. Aber nur noch rd. 2.000 Wohnbau Wohnungen sind belegungsgebunden. Dieses Missverhältnis soll nicht etwa beseitigt werden, aber verwaltet. Dazu werden Dringlichkeitskriterien im Vergabeverfahren diskutiert und vielleicht auch beschlossen…

Man muss feststellen: Die Wohnungsnot ist gewollt, wurde bewusst herbeigeführt und wird auch so bleiben. Wären genügend Wohnungen da, wäre die Nachfrage gering und das Geschäft mit der Unterversorgung geplatzt. Die Wohnbaugesellschaften und private Investoren könnten sich ihre Wuchermieten in den Mond schreiben und würden auf ihren Bauruinen sitzen bleiben. Das muss im Kapitalismus, wo der Profit alles und der Mensch nichts bedeutet, verhindert werden.

Erika Beltz

 

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…reicht nicht! So wenig wie ein bißchen reformieren uns weiter bringt.

Kleine Veränderungen, freundliche Symbolik, gut gemeinte Initiativen,-das Alles ist zu wenig, viel zu wenig angesichts der Lage in Deutschland, in Europa und auf der ganzen Erde.

Auch die alten und neuen Heilsbringer, denen jetzt viele hinterhertrauern und die jetzt viele bejubeln, haben nicht geholfen und werden nicht helfen. Der scheinheilige Martin macht da keine Ausnahme.

Unsere Welt ist, so scheint es, aus den Fugen geraten. Wer nicht analysieren kann oder will, muss sich verlaufen im Labyrinth der Phänomene, muss verzagen angesichts der Übermacht des Schrecklichen und muss verzweifeln im Anblick der Gewalt, der Barbarei und des grenzenlosen Zynismus.

Es ist die Stunde der Demagogen, der Populisten, der ewig gestrigen Rattenfänger. Ob es um die Menschen geht, die vor Hunger, Folter und Mord geflohen sind, ob es um die Banalität der millionenfach tötenden Rüstungsgeschäfte hierzulande geht, ob es um die Dreistigkeit des Despoten vom Bosporus geht, der mit Duldung seiner Partner in der NATO und der EU die Kurden und die demokratischen Oppositionellen ermordet. Immer sind es die gleichen Muster, immer die gleichen Verursacher und immer die gleichen Profiteure.

Ein paar allgemeine Friedenswünsche und ein paar abstrakte Appelle helfen da nicht. Sowenig wie ein paar halbherzige Reformen. All das nimmt auch den Hetzern und Populisten nicht den Wind aus den Segeln, denn all das verändert nichts. Doch genau das ist es, was jetzt Not tut: Veränderung! Grundsätzliches Umdenken, nicht wahlkampftaktisches Kalkulieren.

Ein Gespenst geht um in Europa…

…das Gespenst des Kommunismus. So begannen Friedrich Engels und Karl Marx ihre scharfe Analyse der gesellschaftlichen Verhältnisse in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Sie blieben in ihrem Kommunistischen Manifest aber nicht bei der Beschreibung und Erklärung der damaligen Wirklichkeit stehen sondern prognostizierten die Entwicklung des Systems weit in die Zukunft hinein. Und vor allem: sie entwickelten eine wissenschaftlich begründete Alternative.

Ausgehend von der Beobachtung, dass die gesamte Menschheitsgeschichteeine Geschichte von Kämpfen zwischen ausgebeuteten und ausbeutenden, beherrschten und beherrschenden Klassen auf den verschiedenen Stufen der gesellschaftlichen Entwicklung ist, stellten sie schon damals fest, dass dieser Kampf eine Stufe erreicht hat, auf der sich die unterdrückte Klasse nicht mehr von der sie ausbeutenden Klasse befreien kann, ohne zugleich die Gesellschaft insgesamt von Ausbeutung, Unterdrückung und Klassenkämpfen zu befreien.

Was wir heute wahrnehmen, an der Schwelle zu einem neuen, sehr wahrscheinlichen finalen Krieg um die endgültige Beherrschung der Weltmärkte ist nichts anderes als die Entwicklung unseres Wirtschafts-und Gesellschaftssystems, wie sie neben Marx und Engels vor allem auch Rosa Luxemburg in unglaublicher Weitsicht vor einhundert Jahren beschrieben hat. Die Ansammlung und Konzentration des Kapitals hat einen Grad erreicht, der den Reichtum der Erde in den Taschen weniger Familien versammelt, während die gewaltige Mehrheit der Menschen den bitteren Preis dafür zahlt.

Viele Phänomene – eine Ursache und eine Lösung!

Die Phänomene, die wir wahrnehmen, sind vielfältig. Sie reichen von der Zerstörung unseres Planeten und damit unserer Lebensgrundlagen über die stetig wachsende Verarmung und Verelendung von immer mehr Menschen bis hin zu hemmungsloser militärischer Gewalt im

Kampf um Macht und Ressourcen. Es ist einfach, die Ursachen zu erkennen. Es ist aber sehr schwer, sie effektiv zu bekämpfen. Wie Rosa Luxemburgmüssen wir die Frage stellen: „Wem nutzt es?“ wenn wir die Ursachen für die weltweite Entwicklung der Barbarei erkennen wollen. Die Beantwortung dieser Schlüsselfrage führt immer wieder zu den gleichen Schaltstellen der Macht in den Börsen, den Banken und den Chefetagen der gigantischen Konzerne. Sie halten sich inzwischen ihre Regierungen, deren politische Ausrichtung innerhalb des bürgerlichen Spektrums beliebig wurde. Nicht Wahlen und demokratische Prozesse, sondern Urteile der Ratingagenturen entscheiden über die Richtung. Und sie halten sich schrille Populisten, die einfache Antworten anbieten, sich in ihren Programmen widersprechen und durch die Präsentation von angeblich Schuldigen von den wahren Verursachern der Krisen und des Elends ablenken.

Der Weg aus dieser Sackgasse erfordert nicht nur klare Analysen und konkrete Entscheidungen. Er erfordert vor allem auch den Mut zum Widerspruch. Zum Widerspruch gegen den bürgerlichen Mainstream ebenso wie zum Widerstand gegen das Geschrei des Pöbels. Und er verlangt den Mut und die Konsequenz, den Verlockungen der Macht zu widerstehen. Daran ist schon 1914 die SPD gescheitert, daran scheiterten die Grünen und daran spaltet sich Die Linke in diesen Monaten.

Es ist an der Zeit, dass sich all jene, die begriffen haben, was geschieht und die den ernsthaften Willen zum Widerstand haben, verständigen. Die radikale Linke ist in vielen Ländern dieser Erde wieder am Wachsen, auch in unseren europäischen Nachbarstaaten. Nur radikal, also an der Wurzel des Übels ansetzend, können wir auch hierzulande etwas ernsthaft bewegen. Wir brauchen keine neuen Almosen, wie sie jetzt der neue „Sankt Martin“ verspricht. Wir verlangen Gerechtigkeit für alle. Wir brauchen keine Plätze auf der Regierungsbank der Herrschenden. Wir wollen ihre Spiele durchkreuzen. Wir wollen auch kein kleineres Übel. Wir arbeiten an seiner Beseitigung.

Für ein Europa der Völker und eine solidarische Welt.

Für Frieden, Gerechtigkeit und gesellschaftlichen Fortschritt.

Für den Aufbau einer echten Alternative in Wirtschaft, Gesellschaft und Politik!

„Mögen die herrschenden Klassen vor einer Kommunistischen Revolution zittern. Die Proletarier haben nichts in ihr zu verlieren als ihre Ketten. Sie haben eine Welt zu gewinnen.“

Marx/Engels Manifest der Kommunistischen Partei, 1848

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V.i.S.d.P. und Kontaktadresse für Interessierte:

DKP Odenwaldkreis, Reinhold Fertig, Hochstraße 31,

64720 Michelstadt, reinhold-fertig@t-online.de

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Die DKP Gießen erklärt sich solidarisch mit Eurer berechtigten Forderung nach einer angemessenen Lohnerhöhung. Das „Angebot“ des Rhönkonzerns liegt unterhalb der Inflationsrate, bedeutet Reallohnverlust und ist unannehmbar. Eine Angleichung an die weit höhere Entgeltordnung in öffentlich-rechtlichen Krankenhäusern muss durchgesetzt werden. Euer Streik ist die richtige Antwort auf dieses unverschämte Angebot, das Eure Leistung in Eurem verantwortungsvollen Beruf grob missachtet.

Wir sind ebenfalls solidarisch mit Euch und Eurer Forderung nach Einstellung von weiteren Pflegekräften sowie einer Personalbemessungsverordnung, die die permanente Unterbesetzung beendet. Der jetzige Zustand ist nicht nur für Eure eigene Belastung untragbar sondern gefährdet auch das Wohl der Patienten, was an der hohen Zahl an Überlastungsanzeigen zum Ausdruck kommt.

Wenn derzeit etwa 800 Stellen fehlen, so ist das auch das Ergebnis der Privatisierung der beiden Uni-Kliniken, bei denen jetzt nicht mehr das Wohl der Kranken, sondern der Profit des Konzerns und die Dividende der Aktionäre oberste Priorität hat.

Die DKP fordert den Rückkauf des UKGM durch das Land Hessen.
Wir werden alles in unserer Macht stehende tun, um auch öffentlich für Eure Interessen gegen den Rhön-Konzern einzutreten.

Wir unterstützen Euren Streik und wünschen Euch viel Erfolg.

Mit solidarischen Grüßen

DKP Kreisorganisation Gießen
(gez. Erika Beltz)

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 Drohungen und Angriffe gegen Antifaschistinnen und Antifaschisten häufen sich in den letzten Wochen und Monaten. Betroffen sind Menschen, die sich für Toleranz und Weltoffenheit, gegen Nazis und die AfD engagieren. Über entsprechende Anschläge in Berlin-Neukölln, die Parteilose wie Mitglieder der SPD und der DKP trafen, mussten wir Ende Januar berichten.
Im Januar sorgte der Verein „Fulda stellt sich quer“ in Fulda für Aufsehen. Mobilisiert wurde gegen eine interne Veranstaltung des AfD-Kreisverbandes Fulda. Dort sollte der thüringische Fraktionsvorsitzende Björn Höcke auftreten.
„Fulda stellte sich quer“ und andere Gruppen wollten vor Ort demonstrieren. Die AfD sagte die Veranstaltung schließlich ab. Es habe „Anfeindungen“ gegeben, man wolle die eigenen Mitglieder schützen.
Verleumderischen Postings auf Facebook, die den Sprecher des Bündnisses, Andreas Goerke, beleidigten, folgten Anrufe. Unter anderem beim „Arbeitgeber“. Seit dem 2. Februar kommt die Familie auch zu Hause nicht mehr zur Ruhe. Ob die Attacken Unbekannter, die im Augenblick Andreas Goerke, Gewerkschaftssekretär, Sprecher des Vereins „Fulda stellt sich quer“ und DKP-Mitglied, und seine Familie seit einigen Wochen vermehrt erleben müssen, mit der Mobilisierung gegen das AfD-Treffen zusammenhängen oder von anderen Rechten geplant und ausgeführt wurden, ist unbekannt. Aber klar ist, dass der Verein, der Mitglied im bundesweiten Bündnis „Aufstehen gegen Rassismus“ ist, seit seiner Gründung eine Reihe erfolgreicher Veranstaltungen und Aktionen gegen Rechts organisieren konnte, an denen Andreas Goerke einen großen Anteil hatte. Der Verein und seine aktiven Mitstreiter sind schon länger im Visier der Rechten.
Am 15. Februar erreichte der Psychoterror gegen Andreas Goerke und seine Familie seinen vorläufigen Höhepunkt. Die Familie Goerke erhielt per Brief eine Morddrohung gegen ihren Sohn. Die Polizei ermittelt nun, wie die „Fuldaer Zeitung“ am 3. März mitteilte, wegen des Verdachts einer politisch motivierten Straftat.

UZ, Ausgabe vom 10. März)

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Auf die Frage, was denn anders wäre, wenn er anstelle von Frau Merkel Kanzler wäre, sagt Schulz: „Wenn Frau Merkel als geschäftsführende Vorsitzende einer stark sozialdemokratisch geprägten Bundesregierung sozialdemokratische Politik macht, ist das doch schön. “Er will also gar nichts anderes, er tut nur so. Verbunden damit ist auch die Wahnsinnshochrüstung auf das Doppelte im Rahmen der NATO von 34 auf 60 Milliarden Euro – auch wenn die SPD noch zu zögern scheint. Dennoch wird Schulz bejubelt wie ein Messias. Das war 1998 ähnlich, als ein „Kohlmuss-weg –Taumel“ die Menschen erfasste (bis in die Reihen der DKP hinein). In Gießen blieben wir realistisch. Unsere Losung war: Ob Kohl, ob Schröder, ganz egal, in Deutschland herrscht das Kapital.

Wie richtig wir lagen, zeigte sich bald. Der SPD/Grüne-Bundesregierung gelang es, die Friedensbewegung zu paralysieren und Deutschland in einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen Jugoslawien zu führen (was Schröder inzwischen zugibt). Und es gelang, die SPD-dominierten Gewerkschaften bei Fuß zu halten und den größten Sozialabbau in der Geschichte der BRD durchzusetzen (das, was Schulz jetzt als kleinen Fehler bezeichnet, nachdem Millionen Menschen ins Unglück gestürzt wurden). Vor diesem Hintergrund sind seine „Wahlversprechen“ und kleine angekündigte Reförmchen zynisch. Das Kapital und den Reichtum der oberen Zehntausend will und wird auch er nicht antasten. Wir bleiben dabei:

Ob Schulz, ob Merkel, ganz egal, in Deutschland herrscht das Kapital.

Michael Beltz (Gießener Echo, Ausgabe März)

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