Aktuelles

Hier informieren wir regelmäßig über Aktivitäten der Kreise und des Bezirks.

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SPD und Grüne lehnten bis auf eine alle DKP/LL-Initiativen in der Stadtverordnetensitzung im Dezember ab. Man nennt es Blockadepolitik.

Wir werben dafür, nach dem 6. März gestärkt dagegen antreten zu können.

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Gerd Schulmeyer, Vorsitzender der DKP-Wohngebietsgruppe, Fraktionsvorsitzender und Kandidat auf Platz 1 der DKP/Linke Liste (DKP/LL).

Senkung Grundsteuer B

Abgelehnt

An der erhöhten Grundsteuer B, die kleine Hauseigentümer und Mieterinnen und Mieter trifft, ändert sich nichts. Einen Antrag der DKP/LL auf Senkung der Grundsteuer B lehnte die rot-grüne Mehrheit ab.

Bericht ärztliche Versorgung

Abgelehnt

Die ärztliche Versorgung in unserer Stadt ist in den letzten Jahren immer wieder von uns angesprochen worden. Vor allem die hausärztliche Versorgung ist angespannt. Die Situation ist nicht neu. Das Ärztehaus in Mörfelden spielt dabei eine wichtige Rolle. Das Haus ist in die Jahre gekommen. Um in Zukunft noch für neue Ärzte attraktiv zu sein, ist eine Modernisierung dringend notwendig. Der Betreiber, die Ärztehaus Hessen GmbH, hat Pläne und Überlegungen, das Haus neu zu gestalten. Erste Gespräche mit der Stadt wurden geführt. Daher unser Antrag und unsere Fragen. Urhahn & Co. lehnten den Berichtsantrag ab.

Bericht zum Altenhilfezentrum

Abgelehnt

In der Vergangenheit gab es zahlreiche Probleme im Altenhilfezentrum. Angehörige und Bewohner des AHZ waren unzufrieden und es gab Beschwerden. Diese Situation ist bekannt und wurde immer wieder thematisiert. Der alte Träger der Einrichtung hat sich verabschiedet. Ein neuer Träger wurde gefunden. Wir hören jetzt, dass sich vieles verbessert hat. Das freut uns. Der 1. Stadtrat Urhahn hatte zugesagt, Ende des Jahres über den aktuellen Sachstand zum AHZ zu berichten. Jetzt meinte er: Er hätte zu viel andere Arbeit. Ohnehin sei die Stadt nicht Vertragspartner und daher nicht zuständig – und wir würden zudem alles kritisch sehen.

Mit   Kritik   tut   man   sich   offenbar schwer. Der Berichtsantrag wurde abgelehnt.

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Nachdem der „Runde Tisch“ zum Haushalt 2016 gescheitert ist, bekräftigt der DKP-Fraktionsvorsitzende Arno Grieger: „Ein Konsens-Haushalt ist immer noch möglich.“

Grieger erinnert an den von der DKP-Fraktion gestellten Antrag auf Rücküberweisung des Haushalts-Entwurfs in die Ausschüsse; da gab es keinerlei Gegenstimmen im Parlament.

Richtig sei, dass der „Runde Tisch“ kein Ergebnis gebracht habe. Allerdings dürfe man auch fragen, warum das so war.

Für die DKP-Fraktion war wichtig, dass die Haushalts-Reste von 2015 zusammengestellt werden, dass es keine Erhöhung für die Kinderbetreuung gebe und dass der Magistrat modellhaft berechne, was eine Anhebung der Gewerbesteuer bringe.

Äußerst bedauerlich waren die Haltungen der beiden großen Fraktionen. Der CDU-Vertreter meinte, sich geäußert zu haben und der SPD-Vertreter erklärte wörtlich: „Ich höre interessiert zu.“

Ohne Bereitschaft der beiden großen Fraktionen könne kaum ein breit getragener Haushalt erreicht werden. Für die DKP-Fraktion werde es nach dem Scheitern der „großen Runde“ folgerichtig auch keine Teilnahme an – wie auch immer zusammengesetzten – „kleinen Runden“ geben. Was die DKP-Fraktion schon gar nicht benötigt, sind selbsternannte Sprecher aus den Reihen anderer Fraktionen.

Die DKP-Fraktion bleibt dabei:

  • Kommunen sind unterfinanziert. Nötig ist: Mehr Geld für Städte und Gemeinden!
  • Eine Haushalts-Reste-Liste von 2015 muss zusammengestellt werden.
  • Wir wollen keine Erhöhung bei der Kinderbetreuung und die erreichten Windelsäcke beibehalten.
  • Modellhaft soll berechnet werden, was eine Erhöhung der Gewerbesteuer (10/20/30 Punkte) bringen würde.

Besonders im Haupt- und Finanz-Ausschuss sind die Weichen zu stellen, um abschließend in der Stadtverordnetenversammlung auf dieser Grundlage einen Haushalt für 2016 zu beschließen.

Nach Auffassung von Grieger ist dies – bei gutem Willen – immer noch möglich.

Allerdings müsse man fragen, ob es eigentlich noch um den Haushalt geht oder alles nur unter dem Gesichtspunkt der Kommunalwahl zu sehen ist.

Unverkennbar geht es der einen Seite um die Stärkung des Bürgermeister-Lagers, während die andere Seite an einer Anti-Hartmann-Front zu schmieden scheint.

Die DKP bleibt ihrer seitherigen Linie treu und wird sich in ihrer Politik auch weiterhin an der Sache orientieren – unabhängig von Lagern, Blöcken, Koalitionen oder Allianzen.     Arno Grieger

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In der nordhessischen Provinz, genauer gesagt in der Gemeinde Calden bei Kassel, existiert seit Ende Juli 2015 ein Erstaufnahmelager für Flüchtlinge. Ausgelegt ist diese Zeltstadt für maximal 1 500 Menschen. Im Monat September wurden aber bis zu 2 500 Menschen dort zusammengepfercht. Seit Ende November wird das Lager „winterfest“ gemacht. Bis dato hat man den Großteil der Zelte, die ein „Fassungsvermögen“ für jeweils 70 Menschen haben, gegen 129 Container ausgetauscht. Allerdings werden noch bis Anfang 2016 mehrere Zelte dort stehen bleiben, da sich die Anschaffung von Metallcontainern als schwierig erweist. Die Hersteller der Container kämpfen auf Grund der enormen Nachfrage aus dem gesamten Bundesgebiet mit Produktionsrückstand.

Abschiebeschleuse Airport Kassel-Calden

Das Flüchtlingslager ist Teil eines 65 Hektar großen Gewerbegebietes in direkter Nähe zu dem Regionalflughafen Kassel-Calden. Jenem Flughafen, der am 4. April 2013 mit großem Tamtam eröffnet wurde. Der Flughafen erweist sich allerdings als Luftnummer. Aber als teuere Luftnummer, da im Jahr 2015 lediglich 55 000 Passagiere dort abgefertigt wurden und der Flughafen für das laufende Jahr ein Defizit von 7,2 Millionen Euro aufweist. Experten bezweifelten schon lange vor dem Bau dieses 271 Millionen teueren Provinz-Prestigeobjekts die Wettbewerbsfähigkeit des Airport, da Kassel im geographischen Dreieck der Flughäfen Frankfurt a. M., Paderborn und Hannover-Langenhagen liegt. Die Stadt Kassel, die unter dem hessischen Schuldenschutzschirm für Gemeinden steht, ist jährlich mit Millionen Euro netto dabei. Dieses Geld fehlt wiederum, um in Kassel in die öffentliche Daseinsfürsorge wie z. B. den sozialen Wohnungsbau zu investieren. Das Regierungspräsidium Gießen, welches für die zentrale Koordination der in Hessen ankommenden Flüchtlingen zuständig ist, machte aus der Not heraus eine Tugend und nutzte die 500 m entfernte Luftlinie des Flüchtlingslagers zum Flughafen, um die erbärmlichen Fluggastzahlen ein wenig aufzuhübschen. Bis Mitte November dieses Jahres wurden via Airport Kassel-Calden 3 700 Menschen wieder in ihre Herkunftsländer abgeschoben.

Menschenunwürdige Abschiebeprozeduren

Erschreckende und traurige Szenen spielen sich bisweilen während der Abschiebeprozedur ab. So werden z. B. einige männliche Flüchtlinge vor den Augen ihrer Familie mit Handschellen in die Flugzeuge geführt, da sie bis zum Schluss zumindest auf einen Aufschub hoffen und insofern nicht freiwillig das Flugzeug betreten wollen. Eine Vielzahl der abgeschobenen Menschen kommen aus dem Kosovo. Ihre Situation kann man als „Heimatlos – Perspektivlos – Würdelos“ beschreiben. Der Kosovo ist de facto ein Staatsgebilde, das nicht eigenständig lebensfähig ist. Die Flüchtlinge werden wieder in ein Land zurück geschickt, das den Menschen dort nichts aber auch gar nichts zu bieten hat, außer Armut und korrupte Mafiastrukturen, die seit Mitte 1999 von der Nato, der EU und auch der Bundeswehr gestützt werden. Die bürgerliche Politik – auch in Nordhessen – kratzt diese Tatsache freilich wenig. Es kann eben nicht sein, was nicht sein darf.

Tristesse, Langweile und Gewalt

Die Zustände in dem Erstaufnahmelager Calden kann man im Grunde nur als Elend bezeichnen. Es gibt keine psychosoziale Betreuung für Kinder, gerade auch für traumatisierte Kinder aus Syrien und Afghanistan. Der Alltag der Menschen dort ist von Tristesse, Langweile und auch manchmal von Gewalt geprägt. Nicht wenige Flüchtlinge betäuben ihren Kummer im Alkohol. Als sich am 9. September 60 politisch interessierte Menschen zum ersten Plenum des Kommunalwahlbündnisses „Kasseler Linke“ trafen, schilderte eine ehrenamtliche Helferin aus Calden die elenden Verhältnisse in dem Erstaufnahmelager und startete einen dramatischen Hilferuf an die Teilnehmer des Plenums. Keine drei Wochen nach dem Hilferuf der Helferin kam, es wie es kommen musste: Am 27. September erlangte das Lager Calden bundesweit mediale Aufmerksamkeit, als es zu einer Massenschlägerei unter den Flüchtlingen kam, aus der ca. 60 Verletzte, darunter drei Schwerverletzte und einige verletzte Polizisten, hervor gingen. Der Kontext von Ursache und Wirkung wurde erst ab diesem Tag von der bürgerlichen Politik in Nordhessen thematisiert.

Aber geändert hat das an den unwürdigen Zuständen in diesem Lager bis zum heutigen Tag nichts.

Von Mirko Düsterdieck |  

UZ-Ausgabe vom 8. Januar 2016

 

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Profitquelle „Wasser“

Von der Öffentlichkeit fast unbemerkt rodeten im Schiffenberger Wald Bagger eine lange Schneise in den Wald, LKWs wühlten Wege auf und mitten im Wald entstand ein Bauwerk für den Wasserdruck. Dem „Linken Bündnis“ ist es zu verdanken, dass in Gießen nach und nach die Wahrheit ans Licht kommt.

Massive Natureingriffe dem Gewinn zuliebe

Es wird eine Fernwasserdurchleitung für ca. 13 Mill. Euro zwischen Lich und Gießen gebaut, die den moor-reichen Burgwald und die Stadt Frankfurt verbindet – ohne bisher vollständige wasserrechtliche Genehmigung. Diese wird noch wegen der massiven Natureingriffe (Grundwasser, Artenschutz) geprüft. Bis zu 5 Millionen m3 sollen jährlich aus dem Boden abgepumpt werden. Ein gewinnträchtiger Deal zwischen drei Betrieben: Zweckverband Mittelhessische Wasserbetriebe (ZMW), Oberhessische Versorgungsbetriebe AG (OVAG) und der Groß-Gerauer „Hessenwasser GmbH“.

Frankfurt braucht aber lediglich in Spitzenzeiten (Sommer) zusätzliches Wasser. Gefahrlos könnte dies aus dem Kinzig-Kreis entnommen werden.

Frankfurt hat ein brüchiges Rohrsystem, durch das jedes Jahr 2 Mill. m³ im Erdreich verschwinden. Ein Ausbau der Fernwassergewinnung verhindert, dass die Stadt Frankfurt endlich umweltschonende Maßnahmen (Trennung von Brauch- und Trinkwasser, Reparatur des Röhrensystems) ergreift. Brunnen wurden und werden um Frankfurt herum still gelegt, um Platz für den Ausbau des Flughafens und für Bauflächen zu schaffen.

Im Grunde geht es um klammheimlichen Gewinnausgleich der kommunalen Wasserfirmen und das Aufbessern ihrer finanziellen Bilanz.

Die „Schutzgemeinschaft Vogelsberg“ und die Aktionsgemeinschaft „Rettet den Burgwald“ fordern seit einem Jahr den Stopp der Bauarbeiten. Wenn die ausstehenden Genehmigungen vom RP nicht erteilt werden, können die Gießener „in die Röhre schauen“ – und zwar in die leere.

Übrigens ist „Kettensägen-Gerda“ (Bürgermeisterin Gerda Weigel-Greilich, Grüne) im Vorstand des ZMW tätig und Klaus-Dieter Grothe (Fraktionsvorsitzender der Grünen) Vertreter in der Verbandsversammlung. Auch die grüne Umweltministerin „sieht keine Probleme“. (Mario Berger)

 

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„Konflikte müssen friedlich gelöst werden“ – unter dieser Kernaussage ruft das Bündnis „Nein zum Krieg“ und der friedenspolitische Gesprächskreis des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) zur Mahnwache gegen den Bundeswehreinsatz auf.

TeilnehmerInnen von verschiedenen Gruppierungen haben sich am Samstagvormittag zu einer zweistündigen Mahnwache getroffen.

Mit dem Aufruf von DKP & SDAJ „Stoppt den Krieg! Keine deutschen Soldaten nach Syrien!“ konnten viele spannende Diskussionen mit Marburger Bürgerinnen geführt werden..

 Stoppt den Krieg in Syrien – Aufruf von DKP und SDAJ-Dezember 2015

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Die nächste Mahnwache findet am 9. Januar, ab 11 Uhr, am Hanno-Drechsler Platz statt

 

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Die Stadtfarbe ist rot

„Die Stadtfarbe ist rot.“ … stand früher in der Hauptsatzung von Mörfelden. Kommunisten gibt es auch heute noch im Stadtparlament von Mörfelden-Walldorf bei Frankfurt/Main in Hessen. Zur Kommunalwahl im März 2016 sprach die UZ mit Gerd Schulmeyer, Vorsitzender der DKP-Wohngebietsgruppe, Fraktionsvorsitzender und Kandidat auf Platz 1 der DKP/Linke Liste (DKP/LL).

UZ: Kommunisten im Rathaus von Mörfelden-Walldorf, dazu auch noch in Fraktionsstärke – ist das eher ein Stück Nos­talgie oder ein Zukunftsmodell?

Gerd Schulmeyer: Na ja, erst mal sind in der Stadtverordnetenfraktion nicht nur Kommunisten. Zurzeit arbeiten hier Mitglieder der DKP und parteilose Linke zusammen. In der Kommunalpolitik ist häufig „Alltagstauglichkeit“ gefragt. Für Nostalgie bleibt da wenig Raum, für ein Anknüpfen an die Geschichte der örtlichen Arbeiterbewegung, die stark von Kommunisten geprägt wurde, schon.

Entscheidend ist, sich nicht „im Rathaus“ zu verorten, sondern im Stadtparlament und außerparlamentarisch zur Sprache zu bringen, was die Einwohnerschaft bewegt. Vor allem, wenn sie, z. B. durch Widersprüche gegen Steuerbescheide, selbst aktiv wird. Wir sehen darin ein Zukunftsmodell. Dafür spricht auch unsere Kandidatenliste. Mit 27 Bewerberinnen und Bewerbern umfasst der Wahlvorschlag der DKP/Linke Liste diesmal vier mehr als vor fünf Jahren. Dabei sind Mitglieder der DKP, der Partei „Die Linke“, parteilose Linke und fortschrittliche Menschen, die wollen, dass in unserer Stadt auch in Zukunft eine starke Linke im Parlament und außerparlamentarisch im Interesse der „kleinen Leute“ Druck macht. Viele von ihnen stellen sich zum ersten Mal zur Wahl. Mit der Aufstellung von drei neuen, jungen Kandidatinnen und Kandidaten auf den vorderen Plätzen sind wir diesmal besser als in den vergangenen Jahren in der Lage, Jung- und Erstwähler zu erreichen.

UZWelche Themen stehen im Mittelpunkt eures Wahlkampfes?

Gerd Schulmeyer: Es gibt eine ganze Reihe von Themen, die wir seit Jahren ständig im Parlament und außerparlamentarisch aufgreifen. Die stehen natürlich auch im Wahlkampf im Vordergrund. Um nur einige zu nennen:

– Der Kampf für ein Nachtflugverbot von 22.00 bis 6.00 Uhr am Frankfurter Flughafen, die Begrenzung der Zahl der Flugbewegungen und der Stopp weiterer Ausbaupläne,

– Bau von mehr bezahlbarem Wohnraum im Eigentum der Stadt,

– Sicherung der ärztlichen Versorgung,

– Kampf um mehr Geld für die Kommunen, gegen weitere Belastung der Einwohnerinnen und Einwohner (z. B. massive Erhöhung der Grundsteuer B) unter dem „Schutzschirm“ der CDU/Grünen Landesregierung,

– Stadtgeschichte und Denkmalschutz und

– Friedenspolitik von unten.

Neu ist z. B. das Thema „Tierschutz und Tierrecht“, das ein bisheriger Einzelabgeordneter, der jetzt zur DKP/LL-Fraktion gestoßen ist, als seinen politischen Schwerpunkt zur Kommunalwahl als Kandidat der DKP/Linke Liste einbringt. Wir sehen darin eine Bereicherung.

UZ: Wir Mitglieder der DKP bezeichnen ja immer unsere Kommunalpolitik als das zweite Standbein unserer Partei neben der Betriebsorientierung. Was macht denn unsere Kommunalpolitik so besonders im Vergleich zu den anderen Parteien?

Gerd Schulmeyer: Im Gegensatz zu den „herrschenden“ Parteien sprechen wir im Stadtparlament immer auch politische Hintergründe und Zusammenhänge an, wenn z. B. im örtlichen Haushalt das Geld für wichtige soziale Maßnahmen fehlt beziehungsweise. gekürzt oder gestrichen werden soll. SPD und Grüne, die im Parlament unserer Stadt zurzeit die Mehrheit haben, fahren einen harten Sparkurs. Die CDU hätte gern noch etwas mehr Ausverkauf städtischen Eigentums. Wir setzen dem die Forderung nach mehr Geld für die Kommunen entgegen, wie es das Grundgesetz und die Hessische Verfassung vorsehen.

Wir weisen jeden weiteren Abbau notwendiger kommunaler Leistungen, immer höhere Belastungen der Einwohnerinnen und Einwohner und weitere Einschränkungen der kommunalen Selbstverwaltung zurück. Mit Forderungen wie der vollständigen Entschuldung der Kommunen mit Hilfe des Landes, des Bundes und der Banken, ohne die Bevölkerung weiter finanziell zu belasten oder der vollen Kostenübernahme aller den Kommunen übertragenen Aufgaben, insbesondere für Bau und Unterhaltung von Kindertagesstätten und der KITA-Betreuung, stehen wir meistens allein. Um so wichtiger ist es, dass auch nach dem 6. März 2016 weiterhin Kommunisten in einer starken linken Fraktion in unserem Stadtparlament zu Wort kommen.

UZWie macht sich für die Menschen in eurer Stadt die Fraktion der DKP/LL bemerkbar – außer, dass in Mörfelden-Walldorf öfter Parteitage der DKP stattfinden?

Gerd Schulmeyer: Wie viele Menschen bemerkt haben, dass die DKP in den letzten Jahren zweimal im Bürgerhaus ihren Parteitag hatte, weiß ich nicht. Viele Menschen kriegen sicher in der Lokalpresse regelmäßig etwas davon mit, was die DKP/Linke Liste tut. Oft ist das auch „Ortsgespräch“ auf der Straße oder im Verein. Die meisten kennen den „blickpunkt“, die Stadtzeitung der DKP, die wir seit mehr als 40 Jahren jeden Monat verteilen.

Der „blickpunkt“ ist „die kleine Zeitung mit der großen Wirkung“, die unter anderem über die Arbeit der DKP/LL-Fraktion berichtet und die politische Stimmung in unserer Stadt beeinflusst. Auch der Bürgermeister (SPD) und der Erste Stadtrat (Grüne) lesen ihn gründlich. Unsere Genossinnen und Genossen und alle Unterstützer, die unsere Stadtzeitung in die Briefkästen stecken oder am Infostand im persönlichen Gespräch verteilen, bringen immer eine Menge Anregungen und Hinweise, Zustimmung und Spenden mit, was dafür spricht, dass der „blickpunkt“ gelesen und ernst genommen wird. Das gilt auch für die Arbeit der Fraktion. Insofern sind wir zuversichtlich, dass wir im März 2016 ein gutes Wahlergebnis erzielen.

UZImmer häufiger werden die Einsätze der Bundeswehr im Ausland. Damit wird der Friedenskampf immer bedeutungsvoller. Wie führt ihr ihn auf kommunaler Ebene?

Gerd Schulmeyer: Ohne Frieden ist alles nichts. Kommunale Beiträge im Kampf für Frieden und Abrüstung gehören für uns schon immer zu den Themen, die wir auch im Stadtparlament ansprechen, was insbesondere der CDU, aber auch SPD und Grünen eher lästig ist. Mit dem Aufruf zur Teilnahme am Ostermarsch oder Kritik an der Werbung für die Bundeswehr in der „Bertha-von-Suttner-Schule“ wollen die sich am liebsten nicht befassen. Unser Antrag, die Stadt zur „Atomwaffenfreie Zone“ zu erklären und mit entsprechenden Zusatzschildern an den Ortseingängen darauf hinzuweisen, ist kürzlich mit den Stimmen von SPD und Grünen beschlossen worden. Umgesetzt hat ihn der Bürgermeister natürlich noch nicht.

Jetzt haben wir einen Dringlichkeitsantrag gegen die Beteiligung der Bundeswehr am Krieg in Syrien eingebracht. Das alles immer auch mit dem Hinweis, dass das Geld, das für Rüstung und Krieg ausgegeben wird, den Städten und Gemeinden zur Finanzierung notwendiger kommunaler Aufgaben fehlt.

UZ: Wahltermin im März bedeutet Wahlkampf im Winter. Was habt ihr euch dafür ausgedacht?

Gerd Schulmeyer: Die DKP ist in der gesamten Wahlzeit mit dem „blickpunkt“ – unserer Stadtzeitung – auf der Straße und am Infostand im Gespräch mit den Einwohnerinnen und Einwohnern. Kommunalwahl ist bei uns seit Jahrzehnten im März. Von daher sind wir daran gewöhnt, auch im Winter „draußen“ zu sein und Wahlkampf zu machen. Wir sind wetterfest. Wir haben ein Programm, ziehen uns warm an, bleiben in Bewegung und sorgen mit unserem Auftreten dafür, dass sich die anderen Bewerber „warm anziehen“ müssen.

Das Interview führte Werner Sarbok.

Veröffentlicht in der UZ, Zeitung der DKP, Ausgabe vom 18. Dezember 2015

 

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„Still ruht der See, die Maurer streiken.“ sagte man früher in unserer Gegend, wenn Stillstand herrschte und sich nichts mehr ereignete. Seit vielen Monaten ist das so bei der ärztlichen Versorgung in unserer Stadt. Nach unserer Überzeugung und den Erfahrungen vieler Patienten wird es höchste Zeit, dass man das auch im Rathaus begreift und aktiv wird.

Auf zukünftige Entwicklungen vorausschauend reagieren

Immer wieder werden wir in diesem Zusammenhang auf das Ärztehaus angesprochen. Allgemein bekannt ist, dass das Ärztehaus in der Mörfelder Schubertstraße nicht im Bestzustand ist. Dort praktizierende Ärzte fordern seit Jahren eine Modernisierung. Wenn – was in absehbarer Zeit zu erwarten ist – Ärzte ihre Praxis im Ärztehaus altersbedingt aufgeben, sind die Räume im derzeitigen Zustand mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht wieder zu vermieten. Insofern ist die Stadt gut beraten, wenn sie Gespräche mit dem Betreiber des Ärztehauses über die Modernisierung und den Umbau nicht auf die lange Bank schiebt. Dies um so mehr, als die Stadt auf Grund vertraglicher Vereinbarungen in der Sache wohl nicht unbeteiligt ist und der Verwaltung ein Angebot des Besitzers vorliegt. „Still ruht der See“, sagte Sozialdezernent Franz Urhahn auf die Frage des DKP-Vertreters im Haupt- und Finanzausschuss, was es in der Sache Neues gibt.

Hier ist mehr Einsatz gefordert. Gemeinschaftspraxen und medizinische Versorgungszentren sind zunehmend im Gespräch, weil es dafür wachsendes Interesse bei Ärzten gibt, die nicht als „Einzelunternehmer“ arbeiten wollen. In der Diskussion um die Zukunft der ärztlichen Versorgung in unserer Stadt ist die Erhaltung und Modernisierung des Ärztehauses ein zentraler Punkt.

DKP/Linke Liste hat Bericht beantragt

Die DKP/Linke Liste hat dazu einen Bericht der Verwaltung beantragt. Wir machen keine Panik. Wir wissen aber, in den nächsten Jahren werden fünf bis sechs Ärzte in unserer Stadt altersbedingt aufhören. Was das bedeutet, kann sich jeder ausrechnen. Das Thema „Sicherung und Verbesserung der ärztlichen Versorgung“ ist seit vielen Jahren Schwerpunkt unserer Arbeit. Das wird so bleiben!

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Geschafft – Gießener Linke

Nach fünf Jahren getrenntem Handeln haben die Gießener Linken zusammengefunden. Deutsche Kommunistische Partei (DKP), Partei Die Linke (PDL) und Linkes Bündnis haben sich zusammengerauft und eine gemeinsame Liste zur Kommunalwahl im März 2016 aufgestellt.

Nicht allen Ansprüchen sind wir gerecht geworden. Angestrebt war, mehr Menschen aus Initiativen, Bündnissen und Gewerkschaften zu finden. Auch fällt auf, dass auf der Gießener Liste vor allem Mitglieder der PDL zu finden sind. Im Vordergrund steht jedoch der Zusammenschluss und der Wille, gemeinsam aufzutreten und zu handeln.

Für ein Wahlprogramm sind die Grundlagen vorhanden. Es besteht jedoch der Wunsch, Menschen über den Kreis der derzeit im Wahlbündnis agierenden Personen hinaus zu finden, die an der weiteren Diskussion teilnehmen. Transparenz und offen für Argumente zu sein bleibt Anspruch.

Die Liste für Gießen umfasst 27 Namen, auf den ersten Plätzen: Matthias Riedl,   Cornelia Mim, Michael Janitzki, Michael Beltz, Francesco Armann. – Von der DKP kandidieren weiterhin: Martina Lennartz (Listenplatz 9), Helmut Appel (12), Gernot Linhart (16), Erika Beltz (21) und Mario Berger (24).

Die Kreistagsliste (38 Namen): Reinhard Hamel, Marcus Link, Stefan Walther, Cornelia Mim, Leyla Karadeniz. – DKP-Kandidaten hier: Hermann Fredersdorf (20), Gunter Geis (26), Henning Mächerle (30), Helmut Appel (31) und Michael Beltz (36).

  KWK-Kandidaten-Dezember 2015

Die Kandidatinnen und Kandidaten der DKP von links: Helmut Appel, Martina Lennartz, Henning Mächerle, Gernot Linhart, Erika Beltz, Michael Beltz und Gunter Geis (Mario Berger und Hermann Fredersdorf waren leider verhindert)

 

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Der wiedergewählte Parteivorsitzende der DKP, Patrick Köbele,  auf dem Parteitag der DKP am vergangenen Wochenende zu den Anschlägen In Paris:

Wir trauern um die Opfer der Anschläge in Paris und mit ihren Angehörigen. Wir verurteilen diese Terroranschläge.

Unerträgliche Doppelmoral

Wir verurteilen aber auch die Heuchelei der herrschenden Politik. Es ist Heuchelei, wenn die Opfer von Paris für Bombardierungen, Kriegshetze und Demokratieabbau missbraucht werden, während die Opfer von Odessa, Istanbul, Ankara und Beirut und die Abertausenden Opfer von Kriegen wie in Syrien, Libyen und Irak schnell vergessen oder gar nicht erst erwähnt werden. Es ist Heuchelei, wenn im Bundestag der sogenannte Volkstrauertag zur Kriegstreiberei benutzt wird, statt Schluss zu machen mit Rüstungsexporten und Kriegseinsätzen der Bundeswehr.

 

Die imperialistischen Länder führen Krieg -mit Milliardengewinnen für die Rüstungskonzerne

Wenn Bundespräsident Joachim Gauck nun die Terroranschläge gar als »Krieg« bezeichnet, dann wird die Gefährlichkeit der Situation deutlich. Denn der sogenannte Krieg gegen den Terror diente den führenden imperialistischen Ländern für ihre Angriffe auf die territoriale Integrität des Irak, von Libyen und von Syrien, zerstörte Tausende Städte und Dörfer, brachte Millionen um ihr Hab und Gut, forderte Zehntausende Todesopfer. An diesen Kriegen verdienen die Imperialisten Milliarden. Sie schaffen den Nährboden, auf dem Terrororganisationen wie der »Islamische Staat« wachsen, sie machen Millionen Menschen zu Flüchtlingen und stürzen insbesondere Millionen junger Menschen in absolute Hoffnungslosigkeit.

Widerstand ist mehr als notwendig…

Das sind die wahren Hintergründe der Terroranschläge, die jetzt missbraucht werden sollen zu weiterer Kriegstreiberei und zu Demokratieabbau… Wir müssen deshalb den Herrschenden in unserem Land und in den anderen imperialistischen Staaten in den Arm fallen.

Wir brauchen eine starke Friedensbewegung, wir brauchen einen Kampf gegen Demokratieabbau und Rassismus. Wir brauchen endlich energische Maßnahmen gegen Massenarbeitslosigkeit, Wohnungsnot und Altersarmut. Für Inländer und für Einwanderer. Dafür müssen wir Kommunistinnen und Kommunisten auf die Straße.

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Keine Stromsperren im Winter!

 Antrag von Michael Beltz, Fraktion die Linke, an das Stadtparlament:

Der Magistrat wird gebeten, über die SWG dafür zu sorgen, dass zumindest in den Wintermonaten der Strom für säumige Zahler nicht abgestellt wird.

Begründung: 344.798 Haushaltskunden wurde im Jahr 2013 der Strom abgeklemmt. Das waren 23.000 Sperrungen mehr als 2012 und 33.000 mehr als 2011. (Mieter- Zeitung 1/2015) – Es ist nicht zumutbar, dass Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen verarmt sind, in unserem reichen Land frieren müssen, während die Wohlhabenden sich im Süden in die Sonne legen können. Energiesperren im Winter sind eine unmittelbare Gefahr für Leib und Leben der Betroffenen und daher mit den Sozialstaatsprinzipien unvereinbar. (MZ 1/2015)

Dieser Antrag sei doch völlig überflüssig, meinten SPD und Grüne in der Ausschuss-Sitzung. Bevor es so weit komme, gebe es Mahnungen, Ratenangebote und differenzierte Verfahren, so dass eine Stromabstellung eigentlich unmöglich sei. Uneigentlich aber schon, wie Michael Janitzki über einen Fall in seiner unmittelbaren Nachbarschaft berichtete. Wenn es tatsächlich so verschwindend wenig Fälle wären, warum wurde dann nicht dem Antrag stattgegeben? Stattdessen wurde darüber debattiert, dass nur solche Menschen betroffen sein könnten, die einfach „nicht in die Hufe kommen“ (Inge Bietz) oder deren Betreuer nicht pflichtgemäß aktiv geworden sei (Dietlind Grabe-Bolz). Schließlich einigte man sich darauf, dass zur nächsten Sitzung des Sozialausschusses ein Vertreter der Stadtwerke eingeladen wird, der dann genau Auskunft geben soll – am Mittwoch, dem 2. 12. um 18 Uhr.

 

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