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Seit Ende Januar läuft das NATO-Manöver „Defender Europe 2020“. Insgesamt werden 37.000 US-Soldaten teilnehmen, davon 20.000, die in den USA stationiert sind. Es ist das größte US-Militärmanöver in Europa seit Ende des Kalten Krieges und gleichzeitig die umfangreichste Truppenverlegung aus den USA nach Europa in den vergangenen 25 Jahren. Faktisch proben die NATO-Staaten den Aufmarsch in einem etwaigen gemeinsamen Krieg gegen Russland.

Bei allem gilt es im Hinterkopf zu behalten: Manöver sind auf den Ernstfall ausgerichtet. Der Mord an dem iranischen General Kassem Soleimani und seinen Begleitern am 3. Januar hat (mal wieder) gezeigt, dass die US-Regierung vor keiner militärischen Gewalt, keiner Eskalation eines heißen Krieges zurückschreckt! Nachdem die NATO immer weiter an Russland herangerückt ist, und sich weitere Länder wie Georgien und Ukraine in den eigenen Einflussbereich einverleibt hat, wurde mit Raketenabschussvor-richtungen in Osteuropa, der Aufkündigung des INF-Vertrages und ständigen Manövern vor der russischen „Haustür“ die Eskalation stetig vorangetrieben.

Zur propagandistischen Begleitung werden in einer Resolution des EU-Parlaments Geschichtslügen wie die von der angeblichen Mitschuld der Sowjetunion am zweiten Weltkrieg aufgewärmt. Da verwundert es auch nicht, dass ausgerechnet in diesem Jahr, in dem der 75. Jahrestag der Befreiung vom Faschismus begangen wird, eine neue Eskalationsstufe im neuen Kalten Krieg der NATO gegen Russland gezündet wird.

Für das Manöver Defender 2020 bringt die US-Army 250 schwere Kampfpanzer M1 Abrams mit, mehr als 400 Schützenpanzer Bradley sowie Mehrfachraketenwerfer mit einer Reichweite bis zu 300 km. Die größte Einzelübung innerhalb Defender 2020 läuft unter dem Namen “Saber Strike” (Säbelschlag); 18.000 Soldaten aus 19 Ländern beteiligen sich an Kriegsübungen in Estland, Lettland, Litauen und Polen. Mit der Übung testen die USA und ihre Verbündeten die im Laufe der vergangenen fünf Jahre aufgebaute NATO-Kriegsinfrastruktur im Baltikum und sie machen sich speziell mit den Nachschubrouten ins Baltikum vertraut: Dies sind die Seeroute über die Ostsee sowie die Landroute über Deutschland und dann Polen durch die »Suwalki-Lücke« (ein kleiner Streifen entlang der polnisch-litauischen Grenze zwischen Kaliningrad und Weißrussland) nach Litauen.

Logistikdrehscheibe Deutschland Im Zentrum der Kriegsübung: Deutschland. In den NATO-Plänen hat unser Land die Rolle als Logistikdrehscheibe, Aufmarschgebiet und „potenzielles rückwärtiges Einsatzgebiet“, wie es in der „Konzeption der Bundeswehr“ heißt. Das bedeutet: Deutschland ist potentielles künftiges Schlachtfeld! Diese Rolle wird mit „Defender“ eingeübt. Die Bundeswehr beteiligt sich mit rund 1.750 Soldaten. Vor allem unterstützt sie die US-Einheiten beim Vormarsch nach Osten: bei der Routenplanung etwa, heißt es aus Militärkreisen, mit der Absicherung und der Begleitung der US-Truppentransporte, mit Betankung, durch die Bereitstellung von Unterkünften und Verpflegung, auch mit IT-Infrastruktur. Armeematerialien werden wochenlang durchs Land transportiert. In Hessen wird man sich an lange Militärkonvois, Panzer und Soldaten auf den Straßen gewöhnen müssen.

Mit dem Großmanöver wollen die deutschen Eliten die Bevölkerung auch an die Militärpräsenz gewöhnen. Der Friedensbewegung muss es darum gehen zu informieren und aufzuklären, was hierzulande geplant ist und welche Ziele dahinter stecken. Öffentlichkeitswirksam und mit Aktionen des zivilen Ungehorsams gilt es Widerstand zu leisten. Nadelstiche kann unser Protest auf jeden Fall setzen!

H. S.